Verklebter Holzturm für Windkraftanlage

03. April 2024
Quelle:
WKI/Fordaq
Besucher:
194
  • text size

Für die Firma Modvion AB in Göteborg haben Forscher des Fraunhofer WKI die Klebungen des ersten Holzturms für kommerzielle Windkraftanlagen auf der Baustelle begleitet und das Unternehmen hinsichtlich komplexer Verklebungen beraten. Am 4. März 2024 wurde der sogenannte “Wind of Change Tower” des Energieanbieters Varberg Energi AB eingeweiht.

Inklusive einer V90-2.0MW-Turbine von Vestas Group erreicht der Turm eine Gesamthöhe von 150 Metern (reine Turmhöhe 105 Meter), was ihn zum höchsten hölzernen Windkraftanlagenturm weltweit macht. Er besteht aus vorgefertigten Modulen, die auf der Baustelle miteinander verklebt werden. Im Vergleich zu konventionellen Windkraftanlagen aus Beton oder Stahl ermöglicht die Holzbauweise enorme Einsparungen bei Gewicht und CO2-Verbrauch.

In Bezug auf die Wartung liegen die Vorzüge darin, dass bei Stahltürmen zahlreiche Schrauben und Bolzen regelmäßig gewartet werden müssen, was bei einer geklebten Holzkonstruktion entfällt. Ein weiterer großer Vorteil liegt in der Logistik. Modvion AB stellt vorgefertigte Module her, die mit üblichen Lastwagen transportiert und vor Ort mit einem kleinen Kran zu einem Turm zusammengesetzt werden können. Die einzelnen Module bestehen aus miteinander verklebten Furnierschichtholzplatten (Laminated Veneer Lumber, LVL).

Durch die modulare Bauweise ergibt sich außerdem der Vorteil, dass der Holzturm in der Höhe nicht begrenzt ist. So können Höhen mit intensiveren Luftströmungen erreicht und zusätzliche Standorte für die Windenergieerzeugung nutzbar gemacht werden.

Nach der Nutzungsphase, die von Modvion AB auf 25 bis 30 Jahre geschätzt wird, können die Türme demontiert und die Komponenten für weitere Anwendungen getrennt werden. Die Turmwand kann beispielsweise als hochbelastbarer Träger für die Bauindustrie verwendet werden.