Bayerischer Waldbesitzerverband fordert Waldschutzoffensive

Quelle:
BayWBV/Fordaq
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Der Bayerische Waldbesitzerverband fordert eine breit getragene Waldschutzoffensive, mit der die Handlungsfähigkeit der Waldbesitzer beim Waldschutz wiederhergestellt werden soll. Hintergrund ist die dramatische Entwicklung von Schadinsekten, insbesondere des Buchdruckers infolge von Stürmen und Dürre. Allein im Jahr 2018 seien 4,5 Mio. Festmeter Holz in Bayern allein dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen, ein Höchstwert der bayerischen Nachkriegszeit.

Kosten fressen eingebrochene Erlöse auf

Die Märkte seien zudem durch Schadhölzer aus Tschechien, Österreich und dem gesamten Bundesgebiet übersättigt. Dazu kommen aus Stürmen und Schneebruch weiterhin Hölzer in großen Mengen auf den Markt. Für borkenkäfergeschädigtes Holz seien derzeit nur noch Preise zwischen 15 und 35 Euro/fm zu erzielen. Oftmals ist das Schadholz gar nicht absetzbar.

Die Kosten für die Suche der befallenen Bäume und die Entnahme aus dem Wald liegen zwischen 30 und 35 Euro pro Kubikmeter. In der Folge sei kaum noch eine Kostendeckung beim Holzverkauf zu erreichen. Immer mehr Waldbesitzer seien so finanziell nicht mehr in der Lage, das Schadholz aus dem Wald zu bringen, da die Kosten den Ertrag übersteigen. Dies sei aber – neben dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln - die einzige Maßnahme, um die Ausbreitung der Schädlinge zu vermeiden. 2019 sei mit einer Borkenkäferkalamität in mindestens der gleichen Größenordnung wie 2018 zu recdhnen. Teile Bayerns melden bereits jetzt Rekordschäden, und die Hochphase der Schädlingsvermehrung steht erst noch bevor.

Kurz- und mittelfristige Forderungen

Kurzfristig fordert der Waldbesitzerverband deshalb eine bessere Förderung der insektizidfreien Bekämpfung des Borkenkäfers (die immerhin schon mit 12 EUR/fm gefördert wird, Anm. d. Red.). Durch einen runden Tisch mit allen Beteiligten der Wertschöpfungskette Holz unter Moderation der Staatsregierung auf Landesebene soll ein besserer Absatz des Schadholzes erreicht werden. Dazu soll ein kurzfristiges Programm für die Verwertung von Schadholz im Energie- und Wärmesektor aufgestellt werden. Und die gesetzlichen Regelungen zur Senkung der Steuerlast der Waldbesitzer (Erlass von Billigkeitsregelungen auf Landes- und Bundesebene) sollen aktiviert werden.

Mittelfristig stellt sich der Waldbesitzerverband die Schaffung einer umfassenden EU-notifizierten Kalamitäts-Schadenrichtlinie vor. Darüber hinaus fordert der Verband eine Notifizierung der Förderung der forstlichen Zusammenschlüsse und deutliche Stärkung derselben in der Borkenkäferbekämpfung durch, neben dem bestehenden Landesförderprogramm, eine deutliche Erhöhung der Mittel zum Waldumbau - auch auf Bundesebene. Als wichtigste Präventionsmaßnahme müsse die Unterstützung der Waldbesitzer beim Umbau ihrer Bestände in klimastabile und zukunftsfähige Wälder weiter vorangetrieben werden.

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