Österreichische Schnittholzproduktion 2018 wieder über 10 Mio. m³

10. September 2019
Quelle:
FVH/Fordaq
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Der Aufwärtstrend der österreichischen Schnittholzproduktion der letzten Jahre hat sich auch 2018 fortgesetzt. Insgesamt wurden 17,7 Mio. fm Sägerundholz eingeschnitten. Davon kamen gut 10 Mio. fm aus Österreich. Getrieben wurde diese Entwicklung maßgeblich auch vom Borkenkäfer: Über die Hälfte des gesamten Holzeinschlags in Österreich (über alle Sortimente) von 19,9 Mio. fm waren Schadholz, knapp 10 Mio. fm. Die Schnittholzproduktion (Nadel- und Laubholz) betrug rund 10,4 Mio. m³ und erreichte somit wieder das Niveau vor der Weltwirtschaftskrise 2008.

Die österreichische Sägeindustrie umfasst rund 1.000 Betrieben, bei denen annähernd 6.000 Arbeitnehmer beschäftigt sind. Rund 70% der in Österreich manipulierten festen Biomasse Holz läuft über die Sägeindustrie.

Viele Sägewerke haben eine Erhöhung der Wertschöpfung und eine Erweiterung des Produktportfolios erreicht. Die österreichische Sägeindustrie ist fast ausschließlich klein- und mittelbetrieblich strukturiert und ein sehr wichtiger Faktor für die Außenhandelsbilanz Österreichs. Die größten 40 Betriebe vereinen rund 90% der gesamten Nadelschnittholzproduktion. Die weiteren 10% entfallen auf die rund 960 Klein- und Mittelbetriebe. Diese sind speziell für die regionale Wertschöpfung, auch in strukturschwachen Regionen, wichtig.

Die österreichische Sägeindustrie war in letzter Zeit ausreichend mit Sägerundholz versorgt. Allerdings gab es immer wieder regional unterschiedliche Engpässe. Bei kontinuierlicher Versorgung könne die Branche bis zu 2 Mio. fm zusätzlich in drei Jahren (2017-2019) aufnehmen, so der Fachverband der Holzindustrie.

Im Gesamtjahr 2018 sind rund 7,3 Mio. fm Nadelsägerundholz nach Österreich importiert worden (2017: 6,1 Mio. fm). Im ersten Quartal 2018 war zu wenig frisches Sägerundholz am Markt. Dadurch musste Rundholz in den ersten Monaten verstärkt importiert werden. Die größten Lieferungen aus Tschechien nahmen durch die dort massiv aufgetretenen Schadholzmengen um 24% auf 3,6 Mio. fm zu. Die weiteren zwei wichtigen Lieferländer für Rundholz sind Deutschland +19,5% (2,0 Mio. fm) und Slowenien +15,7% (1,1 Mio. fm), wo ebenso große Mengen Schadholz angefallen sind. 2019 werden diese Mengen etwas geringer ausfallen, vereinzelte Mehrmengen werden mit der Bahn aus den Windwurfgebieten Norditaliens fließen.

2018 war die Nachfrage nach Schnittholz sehr hoch. Der Aufwärtstrend der letzten Jahre hat sich auch 2018 wieder fortgesetzt. Rund 60% der österreichischen Schnittholzproduktion werden exportiert. Der Nadelschnittholz Export betrug 2018 rund 5,9 Mio. m³ und steigerte sich somit um rund 8,6% (2017: 5,5 Mio. m³). Der Exportwert stieg um 12,7% auf rund 1,4 Mrd. Euro.

Gemeinsam mit allen Sägenebenprodukten und dort vermehrt weiterverarbeiteten Produkten, konnte die Sägeindustrie nahezu 2,4 Mrd. Euro umsetzen. Das entspricht 2018 einer Produktionswertsteigerung von 7,6% gegenüber dem Vorjahr. Der Hauptmarkt Italien entwickelte sich nicht wie erhofft. Die vorläufigen Zahlen für das Jahr 2018 zeigen lediglich eine Steigerung um 0,2% (2018: 2,6 Mio. m³). Immerhin werden 44% des gesamten Exportvolumens nach Italien exportiert. Alle anderen wichtigen Märkte wiesen hohe Zuwächse auf. Erneute Exportanstiege gab es nach Deutschland von rund 7,4% (2018: 1,0 Mio. m³) auch bei allen übrigen europäischen Staaten mit 10,9% (2018: 0,7 Mio. m³).

In den Levante-Staaten (MENA-Middle East North Africa) gab es nach dem schwierigen Jahr 2017 einen erfreulichen Anstieg der Exportmengen um 16%. Somit wurde wieder das Niveau von 2016 erreicht. Das größte Exportplus gab es in den USA mit 330% und einer Mehrmenge von insgesamt 142.934 m³, dieses Exportplus war allerdings nur von kurzer Dauer, zwischenzeitlich haben sich die Mengen wieder reduziert.

Die Laubholzindustrie in Österreich konnte ihre Produktion 2018 abermals auf 176.000 m³ steigern. Die Nachfrage nach Eichenschnittholz ist in den letzten Jahren weiter gestiegen. Derzeit ist die Rundholzversorgung in den wesentlichen Holzarten Eiche, Buche und Esche in Mitteleuropa gut. Das Transportverbot von Eichenrund- und Schnittholz der kroatischen Regierung konnte auf europäischer Ebene wieder aufgehoben werden.

Die Laubholzsäger sind mit der steigenden Nachfrage 2018/2019 zufrieden. Gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte und pro:Holz Austria sollen helfen, den Bereich „Wohnen mit Holz“ 2019 auch weiter zu beleben.