Borkenkäfer Frankreich: ONF muss Fichteneinschlag verdoppeln

02. September 2019
Quelle:
ONF/Fordaq, Bild: ONF
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Käferholz Frankreich ONFDie französische Staatsforstverwaltung ONF (Office National des Forêts) hat in der Saison 2018-2019 insgesamt 2 Mio. m3 Fichte eingeschlagen. Das ist doppelt so viel wie in Normaljahren. 60% dieses Holzes waren Käferholz, das wären etwa 1,2 Mio. m3. Das ONF bewirtschaftet Staats- und Gemeindewälder in Frankreich und damit etwa 30% des französischen Waldes. Für den gesamten französischen Wald lauten jüngeren Schätzungen zur Käferholzmenge auf rund 3,3 Mio. m3.

Schwerpunkte des Käferbefalls sind die Regionen Grand Est und Bourgogne-Franche-Comté. In der Region Grand Est bildet wiederum der Wald von Verdun einen Schwerpunkt, in dem bislang rund 400.000 m3 Käferholz eingeschlagen wurden. In geringerem Maß ist gesamt Ostfrankreich vom Alpenrand bis in die Normandie betroffen. ONF nennt als Beispiele die Gemeindewälder von Eu und Eawy in der Normandie, wo 25-30.000 m3 Käferholz angefallen sind.

Die betroffenen Flächen sollen, wie in Deutschland und Österreich, mit einer Mischung aus heimischen und neuen Baumarten wieder aufgeforstet werden.

Nicht nur die Fichte, sondern auch die Tanne ist stark von der Trockenheit betroffen. Schwerpunkt der Tannentrocknis ist der Oberrheingraben. Von dort werden rund 120.000 m3 vertrocknete Tannen gemeldet. In den Vogesen sind demnach 60% der jährlichen Erntemenge betroffen. Auch für die heimische Weißtanne sucht man nach alternativen Baumarten und ist auf die aus der Türkei stammende Bornmüller-Tanne (Abies bornmuelleriana) gestoßen, die laut ONF mit nur 30 mm Monatsniederschlag auskommt.

Bei der Kiefer haben sich durch die Trockenheit sowohl Insekten- als auch Pilzschädlinge stark vermehrt. Neben Korsika werden als Schwerpunkte die Departements Seine-et-Marne, Essonne und Indre genannt

Und auch für die Buche werden in Ostfrankreich ähnliche Phänomene beschrieben wie sie in Deutschland 2019 flächig aufgetreten sind. Nach teils frühem Blattverlust und Verbrennungserscheinungen der Blätter im Sommer 2018 haben viele Buchen 2019 nicht ausgetrieben. Genaue Zahlen nennt ONF nicht, es ist von mehreren 10.000 ha und von mehreren hunderttausend Festmetern absterbender Buche die Rede. Auch für die Eiche erwarte man Trocknisschäden, allerdings in weit geringerem Ausmaß als bei der Buche.