Wenig Anreiz für kleine KWK-Anlagen in Frankreich

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Fordaq
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Künftig sollen in Frankreich auch kleine KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplung) ab 1 MWStrom, die von Sägewerken betrieben werden, ans Netz gehen dürfen. Allerdings liegt der Abnahmepreis bei 13 cts/kWSt und damit wohl deutlich unter der Rentabilitätsgrenze.
Über ein Jahr lang hat der Verband FNB und insbesondere Verbandsmitglied Eric Julien vom Laubholzsägewerk Eurochêne für eine Regelung gekämpft, die die Produktionsbedingungen der mittleren französischen Sägewerke an die der deutschen Mitbewerber anpasst, indem auch kleinere WWK-Anlagen mit einer Leistung ab 1 MWStrom ans Netz gehen dürfen. Nach vielem Hin und Her steht diese Möglichkeit nun endgültig auf einer am 30. Januar veröffentlichten Verordnung zur Regelung der Stromabnahme für Anlagen, die durch Biomasse angefeuert werden. Der Verband, der in dieser Angelegenheit im vergangenen Frühling etwas voreilig einen Sieg ausgerufen hatte, wird sich den Erfolg seiner monatelangen Bemühungen wohl kaum auf die Fahnen schreiben können. Laut Eric Julien wurde der Abnahmepreis für Biomassebetriebene WKK-Anlagen insgesamt heruntergesetzt. Der Abnahmepreis von etwa 13 cts/kWSt liegt gut 5 cts unter der Rentabilitätsgrenze. Im Gegensatz zu Deutschland verfügen kleine Anlagen keineswegs über günstigere Sonderkonditionen. Eric Julien schätzt, dass somit kein einziges französisches Sägewerk die Chance nutzen wird, um in mittlere WKK-Anlagen zu investieren. Auch die wenigen schon bestehenden oder sich im Aufbau befindenden WKK-Anlagen von marktführenden Sägewerken Archimbaud, Piveteau oder Siat-Braun sind von der Reduzierung des Abnahmepreises betroffen.
Eric Julien war davon ausgegangen, dass die mittleren französischen Sägewerke bestenfalls Anlagen mit einer Gesamtleistung von 80 MWStrom aufgestellt hätten, zumal Trocknen mehr denn je in Frankreich auf der Tagesordnung steht. Als Alternative für die Verwertung der überschüssigen Heizenergie bietet sich ihnen nun verstärkt die Produktion von Pellets an. Andernfalls freuen sich die Energiekonzerne, die ihnen das Restholz abnehmen.
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