ISC 2019 Antwerpen: Baukonjunktur hält Krise im Nadelschnittholz (noch) fern

08. November 2019
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Fordaq MK
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ISC 2019Am 17. und 18. Oktober 2019 fand in Antwerpen die 67. Internationale Nadelholzkonferenz im Radisson Blu Astrid Hotel statt. Sie stand im Wesentlichen unter den Eindruck der Borkenkäferkatastrophe in Europa und internationalen Verwerfungen im Handel. Die Branche ist nach wie vor grundsätzlich optimistisch, mahnt aber zur Vorsicht. Mit 180 Teilnehmern zur Konferenz und sogar240 zum Galadinner wurde eine neue Rekordmarke erreicht. Der scheidende ETTF-Vorsitzende Andreas von Möller nahm das als Beleg, dass persönliche Treffen auch in Zeiten einer jederzeit möglichen Online-Kommunikation wichtig und gewünscht sind. Keith Fryer, Jan LambrechtsDer alte und neue EOS-Präsident Sampsa Auvinen verabschiedete drei ausgeschiedene EOS-Vorstandsmitglieder, unter anderem Carsten Doehring, für den Dr. Stephan Lang in den EOS-Vorstand gewählt wurde. Moderiert wurde die Konferenz vom Briten Keith Fryer, der für die TTF die Kampagne „Timber You Can Trust“ managt. Die Begrüßung übernahm Jan Lambrechts vom gastgebenden Verband Fedustria.

Weltwirtschaft an der Schwelle zur Rezession

Hans BeversZunächst gab Hans Bevers, Chefökonom der Bank Degroof Petercam einen makroökonomischen Überblick über die derzeitige Lage. Weltweit sind eine konjunkturelle Abkühlung und eine wachsende Unsicherheit in der Wirtschaft spürbar, die in vielen Branchen zu Preisdruck führen. Um dem entgegenzuwirken, seien neue, multilaterale Handelsabkommen nötig, so Bevers. Seit der zweiten Jahreshälfte 2018 nehmen Vertrauens- und Wachstumswerte kontinuierlich ab. Der Vertrauensindex der Wirtschaft steht in den USA bei 51,6 Punkten, in der Eurozone bei 50,1. Beide werden aller Wahrscheinlichkeit nach unter 50 Punkte rutschen Der globale Produktionsindex Global PMI steht bei unter 50 Punkten, was auf eine Schrumpfung der Weltwirtschaft hindeutet. Der entsprechende Index für die Schwellenländer steht über 50 Punkten und deutet auf eine Stabilisierung der Wirtschaft in diesen Ländern hin. Deutschland leidet unter einer Industrierezession, vor allem in Automobilbereich. Von ihr sind als Zulieferländer insbesondere Polen, Ungarn und Rumänien betroffen.

Bauwirtschaft hält Rezession von der Branche vorerst fern

Andreas von MöllerNoch ETTF-Präsident Andreas von Möller gab wie üblich einen Überblick über wesentliche Holzmärkte. Grundlage für deren Florieren ist die Bauwirtschaft, die laut dem Construction Production Index in der EU28 wächst, insbesondere in den Niederlanden, Polen, Großbritannien und Deutschland. Er liegt 2019 um 10,9% höher als 2015. Der Construction Confidence Index für das Vertrauen der Baubranche steht auf hohem Niveau, besonders in den Niederlanden, Deutschland du Spanien, sank aber zuletzt, auch generell in der EU28. In Frankreich ist der Index seit 2015 stark gestiegen. Die Baugenehmigungen steigen vor allem in Spanien stark, ausgehend von einem niedrigen Niveau, im Rest der EU28 halten sie sich stabil, in den Niederlanden sanken sie zuletzt. Entsprechend des positiven Umfeld im Bau stieg der Wertbeispielsweise von in die EU gelieferten Türen ebenso wie der Schnittholzverbrauch.

Der Blick auf die einzelnen Länder zeigte eine oftmals stabile bis leicht wachsende Wirtschaft, allerdings mit einigen Unsicherheitsfaktoren. Deren größter ist der nach wie vor in der Schwebe befindliche Brexit, der, sollte er ungeregelt erfolgen, alle Prognosen, insbesondere die für Großbritannien über den Haufen wirft. Daneben deutet sich in Deutschland ein wirtschaftlicher Abschwung an, der in Teilen der Möbelindustrie bereits spürbar ist. Und in Spanien, Italien du Griechenland bewegt sich das Wachstum auf nur niedrigem Niveau. Generell positiv: Der Holzbau gewinnt in ganz Europa an Bedeutung. Die starke Baukonjunktur hält die Rezession vorerst von der Holzbranche fern. Generell bedenklich: Die Klimaerwärmung und die damit verbundene Forstkalamität wird den Holzmarkt disruptiv ändern.

Aus den Niederlanden brachte von Möller beunruhigende Nachrichten: Dort liegen viele Bauprojekte auf Eis, weil eine gerichtliche Entscheidung über die Notwendigkeit einer verschärften Umweltprüfung für Gebäude erwartet wird. In diese fließt beispielsweise auch der NOx-Ausstoß eines Gebäudes während des Baus und im Betrieb ein. Es sei nicht unwahrscheinlich, dass derartige Prüfungen sich auch auf andere EU-Länder ausweiten werden, so von Möller. Längerfristig könnten derart verschärfte Regelungen dem Holzbau helfen war man sich auf dem ISC einig. Zunächst einmal sorgen sie für erhebliche Schwierigkeiten für laufende Bauprojekte.

Wird Borkenkäfer "The New Normal"?

Sampsa AuvinenEOS-Präsident Sampsa Auvinen hat die europaweite Borkenkäferkalamität, wie viele andere auch, kalt erwischt. Auf dem ISC 2018 in Riga, sei man bezüglich der Schnittholzpreise noch optimistisch gewesen. „Niemand hat mit dem Borkenkäfer gerechnet“, sagte er. Jeder, der nicht direkt mit dem Forst befasst war, hat die Krise offenbar nicht kommen sehen oder zumindest ihre Tragweite dramatisch unterschätzt. Die Folgen des Preisverfalls durch den hohen Holzanfall sind interessanterweise für die Sägewerke in den Ländern schlimmer, die keinen Borkenkäfer haben, als für die in solchen mit Borkenkäferbefall. Denn die Schnittholzpreise fallen in ganz Europa, aber nur in Ländern mit Borkenkäfer gibt es auch günstiges Rundholz. In Ländern ohne Borkenkäfer haben die Sägewerke damit ein Margenproblem. Die Folge sind zum Beispiel in Finnland drastisch steigende Lagerbestände. Das Schnittholz ist derzeit kaum gewinnbringend absetzbar. „Je weniger du produzierst, desto weniger Geld verlierst du“ zitiert Auvinen einen finnischen Säger. Und werden trotz des riesigen Rohholzholzaufkommens die Preise die Schnittholzproduktion bremsen, sagt Auvinen. Zuletzt habe es noch einige Marktventile gegeben: Großbritannien hat seine Schnittholzimporte im 1. Halbjahr 2019 um 6% gesteigert – Hamsterkäufe in Erwartung eines mehr oder weniger schmerzhaften Brexit. Deutschland hat seine Rund- und Schnittholzexporte nach China vervielfacht. Der Borkenkäfer wird nach Einschätzung des European Forest Institute (EFI) lang bleiben und zunehmend zur Normalität, „The New Normal“, wie es heutzutage heißt. Aber wenn er dann doch weg ist, was kommt dann? Schon jetzt stellt sich die Branche auf einen kommenden Rohholzmangel ein. Man weiß nicht wann, aber er wird kommen.

Kanada: Die Krise nach der Krise

David CalabrigoDavid Calabrigo vom kanadischen Holzkonzern Canfor gab den ersten Länderbericht. Die Sägeindustrie im Westen Kanadas war über die letzten zwei Jahrzehnte hinweg geprägt von der Kalamität durch den Mountain Pine Beetle, die ihren Anfang Ende der 1990er Jahre im Tweedsmuir Park, einem Wildnispark der Provinz British Columbia, nahm. Durch eine zu zögerliche Reaktion konnte sich die Kalamität auf 18 Mio. ha allein in British Columbia ausbreiten. 2006 prognostizierte die Provinzregierung, dass bis 2013 80% der Lodgepole Pines abgestorben wären. Ab 2007 hat sich der Käfer über die Rocky Mountains hinweg auch nach Alberta ausgebreitet. Der weltweite Schnittholzbedarf werde bis 2025 auf gut 400 Mio. m3 steigen, das sind 61 Mio. m3 mehr als 2017 und 75 Mio. m3 mehr als 2006, als ein Spitzenwert vor der Banken- und Finanzkrise erreicht wurde. Die westkanadischen Sägewerke können an dieser Entwicklung derzeit nicht wie gewünscht partizipieren. Die Borkenkäferkalamität ist vorbei, die Einschlagsmenge gehen zurück, der Schnittholzmarkt wird durch US-Zölle und chinesische Kaufzurückhaltung gebremst. In der Folge schließen reihenweise Sägewerke. Rund 4,8 Mio. m3 Produktionskapazität sind in British Columbia vom Markt genommen worden. Aus der Käferkalamität habe man gelernt, dass man mit der Bekämpfung nicht warten dürfe. Seinerzeit seien die Einschlagsmengen viel zu spät erhöht worden. Und es bedürfe einer Koordination und Kommunikation zwischen Staat und Industrie. Der Anbau von Mischwäldern gehörte interessanterweise nicht zu den Erkenntnissen aus der Käferkalamität. Die Waldgesundheit sei jedenfalls entscheidend für die Zukunft der Holzindustrie, so Calabrigo. Marktchancen sieht man in Kanada unter anderem in China, wo für kanadisches Holz im Gegensatz zu US-Hölzern, keine Zölle erhoben werden. Man werde zu dem mehr auf höhere Wertschöpfung durch Weiterverarbeitung setzen. Und der Trend zum Holzbau werde der Branche weltweit helfen.

USA: Bauwirtschaft zieht an

Mark BrinkmeyerMark Brinkmeyer, CEO der Idaho Forest Group, dem achtgrößten Schnittholzproduzenten der USA, stellte die Marktsituation in den Vereinigten Staaten dar. Demnach ist die Schnittholzproduktion im Süden der USA zuletzt stärker gestiegen als in den anderen nordamerikanischen Regionen. In British Columbia ist sie zuletzt gefallen. Stark gefallen sind die Schnittholzpreise in ganz Nordamerika seit der Preisspitze im Juni 2018, und zwar stärker als in vergleichbaren Situationen nach Preisspitzen. Die Preise sind rasant gefallen und haben sich bereits im Oktober rund 250 US$ unter dem Spitzenniveau von rund 630 US$/Mfbm eingependelt. Seitdem verharren sie dort unter leichten Schwankungen. Die Margen sind drastisch gefallen, besonders in British Columbia, auf etwa ein Viertel des Niveaus von 2015. Im Süden der USA sind die Margen trotz des Rückgangs noch auskömmlich. Dementsprechend verlagert sich die Produktion zunehmend in den Süden der USA, wo mittlerweile 40% des nordamerikanischen Schnittholzes hergestellt werden. Die Bautätigkeit in den USA zieht weiter an, vor allem bei Einfamilienhäusern (2020: +11%). Mehrfamilienhäuser sind rückläufig (2020: -5%). Insgesamt sind die Baustarts 2019 um 5% auf 1,36 Mio. gestiegen. 2020 wird ein Anstieg um 6% auf 1,45 Mio. erwartet. Mass Timber, vor allem CLT (Brettsperrholz) gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die CLT-Produktionskapazität in den USA erreicht Ende 2019 367.000 m3.

MENA-Region: Hoffnungsträger für die Zukunft

Ulf GabrielssonEinen Blick auf die MENA-Region (Middle-East – North Africa), die sich von Marokko bis zum Iran erstreckt, warf Ulf Gabrielsson von Uni4Marketing AB. Das Unternehmen gehört SCA, Holmen, Södra und Martinsons und vermarktet 5 Mio. m3 Schnittholz aus 16 Sägewerken. Das entspricht einem Drittel der schwedischen Produktion. 10% der Menge verkauft Uni4Marketing in die MENA-Region. Die hat 360 Mio. Einwohner, davon 50% unter 24 Jahre, also sehr jung. Mit nur 2% Waldbedeckung ist der Holzbedarf riesig. Das Bauwesen wächst jährlich um 7%, vorausgesetzt die Region bleibt politisch stabil, was nicht sicher ist. Langfristig seien die Aussichten in der Region eher positiv, so Gabrielsson. Der bei weitem größte Abnehmer ist Ägypten. 42% der Nadelschnittholz-Lieferungen von Januar bis Juli 2019 (6,4 Mio. m3) gingen dorthin. Es folgen Saudi-Arabien und Algerien mit 14% und 12% und dann mit jeweils 6% Marokko, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Iran.

Russland: Steigende Schnittholzexporte, vor allem nach China

Sviatolav BychkovSviatoslav Bychkov von Ilim Timber warf einen Blick auf den russischen Rund- und Schnittholzmarkt. Der ist geprägt durch steigende Schnittholzexporte nach China. 2018 waren es 28 Mio. m3, von denen 59% nach China gingen, vor allem stärkere Kiefer ab 30 cm Durchmesser. Der Rundholzexport wird außerhalb von genehmigten Quoten mehr und mehr unterbunden. Für Rundholzexporte aus der Region Fernost gilt innerhalb der Quote ein Zollsatz von 6,5%, außerhalb der Quote lag er 2018 bei 25%, 2019 bei 40%, 2020 wird er 60% erreichen und 2021 80%. Das macht Exporte außerhalb der Quote wirtschaftlich uninteressant. 2019 ist der Rundholzexport um 17% oder 500.000 m3 gesunken. Russland will zumindest die Wertschöpfung der Erstverarbeitung im Land behalten. Die Erträge der russischen Sägeindustrie waren 2018 gut, sinken aber durch die Abwertung des chinesischen Yuan als Folge des US-chinesischen Handelskriegs. 2018 hat Russland Forst- und Holzprodukte im Wert von 4,5 Mrd. US$ exportiert. Davon waren 40% Schnittholz, 31% Zellstoff und Papier, 17% Holzwerkstoffe und 12% Rundholz. Der Schnittholzanteil wird voraussichtlich weiter steigen, der Rundholzanteil sinken.

Italien: Mehr europäische Zusammenarbeit wichtig

Massimo FioriniMassimo Fiorini vom italienischen Dachverband Federlegno Arredo mahnte eine effektivere Zusammenarbeit zwischen Forst- und Holzsektor in Italien an. Die Branche brauche Geschwindigkeit und Flexibilität, um Produkte mit möglichst hoher Wertschöpfung zu entwickeln. Zudem müsse die Branche Erkenntnisse über Wald und Holz der Bevölkerung bestmöglich vermitteln. Italiens Problem ist, dass zu wenig Holz im eigenen Land verarbeitet wird. Italien ist führend in der Weiterverarbeitung. In der Erstverarbeitung, insbesondere bei Sägewerken, klafft jedoch eine Lücke. „Die Wälder werden nicht genutzt!“, sagt Fiorini. So ist Italien der drittgrößte Importeur für Nadelschnittholz in Europa nach Großbritannien und Deutschland (2018: 925 Mio. Euro), aber nur Nr. 19 beim Export. Rund die Hälfte des Schnittholzes kommt aus Österreich. Daneben verzeichnet Italien deutlich steigende Nadelsperrholzimporte aus Brasilien und Chile. Auch in Italien nimmt das Interesse an Holzbau zu, wie Fiorini positiv vermerkte. Bezüglich Stürmen und Kalamitäten fordert Fiorini eine stärkere europäische Zusammenarbeit. Es mache keinen Sinn, wenn jeder sich nur um seinen Vorgarten kümmere.

China: Motor der weltweiten Holzwirtschaft fängt an zu stottern

Richy ZhangUnd schließlich hat Richy Zhang vom Forst- und Holzkonzern Senhua ein Update zum chinesischen Markt geliefert. Seit 2016 verzeichnet China einen steigenden Gesamtholzbedarf. Waren es 2016 noch 558 Mio. m3 stieg der Bedarf bis 2018 auf 580 Mio. m3. 2019 werden es am Jahresende 590 Mio. m3 und für 2020 sind 600 Mio. m3 prognostiziert. Die Importe sind dementsprechend rasant gestiegen. 2008 wurden noch lediglich 40 Mio. m3 Holzprodukte nach China importiert. 2018 waren es bereits 110 Mio. Das Binnenangebot bleibt konstant bei 80 Mio. m3. Der Nadelrundholzimport nach China ist von Januar bis Juli 2019 um knapp 9% gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen, auf 26 Mio. m3. Die Mengen aus Deutschland und Tschechien sind bedingt durch den Borkenkäfer drastisch gestiegen. Deutschland hat in diesem Zeitraum gut 1,2 Mio. m3 geliefert, über die hundertfache Menge des Vorjahreszeitraums. Hauptlieferant ist mit gut 40% der Gesamtmenge Neuseeland. Russland liegt mit 14,5% noch auf Platz 2, wird aber aufgrund seiner restriktiven Exportpolitik zurückfallen. Dem gegenüber ist der Import von Nadelschnittholz im gleichen Zeitraum (Jan.-Jul. 2019) um fast 18% gestiegen, auf 16,9 Mio. m3. Hauptlieferant mit steigender Tendenz ist Russland mit einem Anteil von über 61% oder 10,4 Mio. m3. Es folgt Kanada mit einem Anteil von knapp 18%, ebenfalls stark steigend. Die Lieferungen aus Deutschland sind auch hier massiv gestiegen, von 56.000 auf 366.000 m3. Zhang prognostizierte, dass die Lieferungen auch aus Mitteleuropa auf diesem Niveau anhalten würden, eine Sicht, der sich viele ISC-Teilnehmer nicht recht anschließen wollten, kennt man doch die Vorliebe der Chinesen für niedrige Preise. Ebenso sah sie großes Potenzial für Southern Yellow Pine (SYP) Lieferungen aus den USA. Wenn einst der Handelskonflikt beigelegt sei, werden die SYP-Importe explodieren so Zhang. Derzeit hat China aber zunächst mit seiner sich abkühlenden Bauwirtschaft zu kämpfen, etwas, das man offenbar nicht vorhergesehen hat. Hinzu kommt der massive Rückgang von Exporten von Holzmöbeln in die USA. Denn die Schnittholzlagerbestände in den chinesischen Häfen sind von September 2018 bis September 2019 um 1,1 Mio. m3 auf 3,3 Mio. m3 gestiegen. Das Holz hat bis auf Weiteres keinen Abnehmer. Es ist lediglich der Lagerort von den Herkunftsländern nach China verlegt worden. Nach einer ein- bis zweijährigen Restrukturierungsphase werde sich die chinesische Wirtschaft erholen, vor allem getragen durch die massiv steigende Binnennachfrage.

Fazit: Hoffentlich boomt der Bau noch lange

Andreas von Möller und Morten BergstenZusammenfassend befindet sich die weltweite Holzwirtschaft, getragen durch eine in vielen Teilen der Welt robuste Bautätigkeit in einer stabilen Situation. Zumindest noch. Denn von den weltweiten Unsicherheitsfaktoren steht keiner vor einer Lösung: die Borkenkäferkalamität in Mitteleuropa, das endlose Brexit-Martyrium, der Handelskrieg zwischen den USA China, die Syrien-Krise, neuerlich die Unruhen in Chile, um nur einige zu nennen. Sollte die Bauwirtschaft anfangen zu lahmen, wie es sich in China bereits andeutet, wird es ungemütlich.

Am Ende der Veranstaltung gab Andreas von Möller seinen Rücktritt vom Amt des ETTF-Präsidenten bekannt. Sein Nachfolger ist der Däne Morten Bergsten von Bergsten Timber A/S.

Die 68. Internationale Nadelholzkonferenz findet vom 7.-9. Oktober 2020 in Helsinki statt.