Hornbach mit Imageproblem wegen Klage in Rumänien

09. Mai 2019
Quelle:
Campact/Declic/Hornbach/Fordaq MK
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Die Baumarktkette Hornbach hat derzeit ein Imageproblem wegen einer Klage gegen eine Umweltorganisation in Rumänien. Die heißt Declic und hat angeblich Beweise dafür, dass Hornbach in seinen Regalen seiner rumänischen Tochter nicht nachhaltig eingeschlagenes Holz anbietet.

Hornbach hat diese Aussage als unrichtig zurückgewiesen und vor dem Zivilgericht Cluj-Napoca Klage gegen Declic auf Unterlassung eingereicht. Declic kann nach eigener Aussage angeblich mit Fotos belegen, „dass die rumänischen Hornbach-Märkte entgegen eigener Angaben weiter Holz aus nicht-nachhaltiger Forstwirtschaft verkauft haben“, so die Organisation.

Es handle sich dabei um Holz des Sägewerksunternehmens Schweighofer, das im Februar 2017 sein FSC-Zertifikat verloren hat. Bereits davor hatte Hornbach erklärt, keine Bauholzsortimente und Hobelware von Schweighofer beziehen zu wollen. Tatsächlich habe Hornbach die Geschäftsbeziehung erst im September 2018 beendet. Im Jahr 2017 hätten die Hornbach-Märkte das Schweighofer-Holz weiterhin angeboten. Declic zeigt auf seiner Internetseite Bilder von Schweighofer-Holzprodukten in Hornbach-Regalen, angeblich aus dem Februar 2018.

Hornbach erklärt dazu auf seiner Internetseite, Hornbach Rumänien habe die verschiedenen Sortimente des Lieferanten Holzindustrie Schweighofer ab 2017 konsequent ausgelistet und ersetzt. Seit September 2018 befinden sich keinerlei Warenbestände der Firma Holzindustrie Schweighofer mehr in den Märkten.

Anmerkung der Fordaq-Redaktion:

Verbreitet wird die Meldung im deutschsprachigen Raum von dem Meinungsportal Campact. Nach dessen Angaben wurden die Hornbach Online-Auftritte „mit Tausenden an kritischen Botschaften geflutet“. Tatsächlich gibt es kritische Stimmen, „Tausende“ hat die Fordaq-Redaktion jedoch weder auf Facebook noch auf Twitter gefunden. Man neigt hier also offenbar zu starker Übertreibung. Das wirft wiederum Zweifel auf, zu welchem Anteil die getätigten Aussagen tatsächlich der Wahrheit entsprechen und inwiefern hier lediglich das bekannte Geschäftsmodell der Skandalisierung bemüht wird. Der Fall zeigt jedenfalls, dass sich über die Sozialen Medien mit Hilfe von vollständig uninformierten Nutzern sehr leicht eine Welle der Empörung lostreten lässt, sei sie nun berechtigt oder nicht.