Grüne Saarland fordern Abschaffung des Landesbetriebes SaarForst

07. August 2019
Quelle:
Grüne Saar/Fordaq
Besucher:
234
  • text size

Die saarländischen Grünen haben anlässlich der aktuellen Debatte um die Klimafolgen für den Wald eine organisatorische Neuaufstellung für die Betreuung des saarländischen Staatswaldes gefordert. Die Führung des Staatswaldes als Landesbetrieb habe in den vergangenen Jahren zu einer vorrangig ökonomischen Betrachtung des Waldes geführt. Angesichts der dramatischen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Klimaveränderung und der herausragenden Bedeutung des Waldes als CO2-Senke und „Arche der Artenvielfalt“ (Biodiversität), müsse die rein ökonomische Ausrichtung der Waldpolitik beendet werden. Dies erfordert nach Ansicht der Grünen einen radikalen Schnitt auch in der Organisationsstruktur.

Grünen-Landesvize Klaus Borger kritisierte die vorrangig wirtschaftliche Ausrichtung und die Vorgabe nach einer „schwarzen Null“ beim Betriebsergebnis. Diese hätten unter anderem zu einer dramatischen Reduzierung des Waldpflegepersonals, der Verlagerung des überwiegenden Teils der Waldnutzungen auf Forstunternehmen mit entsprechendem Großmaschineneinsatz sowie einer Reduzierung des Kostenfaktors Gemeinwohlleistungen geführt.

Das werde der großen Bedeutung des Waldes bei der Bewältigung der drohenden Klimakatastrophe nicht gerecht. Deshalb müsse das Land jetzt schnellstmöglich eine Organisationsreform auf den Weg bringen, die den Waldschutz in den Mittelpunkt rückt und nicht seine vorrangig ökonomische Betrachtung.

Die Grünen fordern deshalb die Aufgabe der Waldbetreuung in Form eines Landesbetriebes. Sie soll stattdessen organisatorisch als eine neue Grundsatzabteilung im Umweltministerium mit starker fachlicher Überschneidung mit Aufgaben des Landesamtes für Umwelt- und Verbraucherschutz überführt werden.

Dieser neuen Grundsatzabteilung „Ökologische Waldbehandlung, Klima- und Biodiversitätsschutz“ sollen auch die aktuellen Zuständigkeiten der bisherigen Obersten Forst- und Jagbehörde zugeordnet werden. Damit wäre die Voraussetzung geschaffen, in diesen Bereichen stärker als bisher den neuen umweltpolitischen Herausforderungen Rechnung zu tragen.

Diese neue organisatorische Grundlage ermögliche es nach Ansicht der Grünen, waldbauliche Maßnahmen, darunter auch die Holznutzung (laut den Grünen deutlich weniger und vor allem anders als bisher) an Ziele des Klimaschutzes, der Biodiversität und der Erholungsnutzung der Bevölkerung anzupassen und haben nicht mehr vorrangig finanzielle Vorgaben wie den Einnahmen aus Holzverkauf zu erfüllen. Die Mindereinnahmen sollen aus der Landeskasse ausgeglichen werden.

Was der Vorschlag der Grünen nicht auflöst, ist der Widerspruch zwischen „mehr Holzbau“, für den auch die Grünen im Sinne des Klimaschutzes sind, und der Forderung nach „Weniger Holznutzung“ (Anm. d. Red.).