Wohnungsverbände fordern Milliardenhilfen: „Ansonsten Klimaziele unerreichbar“

11. September 2019
Quelle:
GdW/DMB/DV/Fordaq
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Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW, der Deutsche Mieterbund (DMB) und der Deutsche Verband für Wohnungswesen Städtebau und Raumordnung (DV) haben sich in einer einmaligen Initiative zusammengeschlossen und eine massive Ausweitung öffentlicher Unterstützungsleistungen für die energetische Gebäudesanierung gefordert. Anders seien die Klimaziele im vermieteten Gebäudebestand weder sozialverträglich noch wirtschaftlich zu erreichen.

Selbst bei konservativen Annahmen seien allein für die vermieteten Wohnungen in Deutschland jährlich mindestens 6 Mrd. Euro Unterstützung nötig, wenn die Klimaziele im Gebäudebereich erreicht werden sollen. Für Wohngebäude insgesamt werden pro Jahr sogar mindestens 14 Mrd. Euro benötigt – je nach Eigentümergruppe als Zuschüsse oder Steuererleichterungen. Das ergaben Berechnungen auf Grundlage der dena-Leitstudie "Integrierte Energiewende" und der BDI-Studie "Klimapfade für Deutschland".

Die Bundesrepublik Deutschland hat sich verpflichtet, die CO2-Emissionen im Gebäudesektor bis 2030 um rund 40% auf dann 72 Mio. Tonnen zu senken. Dafür müsste rein rechnerisch der CO2-Ausstoß in 80% aller Gebäude halbiert werden, rechnen die Verbände vor. Das erfordere eine immense Sanierungsleistung und sei unter den bisherigen Bedingungen unmöglich und nicht bezahlbar.

Die Verbände sprechen von einer Klimafalle, in der sich Mieter und Vermieter derzeit wiederfinden. Die Klimaziele seien ohne massiven finanziellen Aufwand nicht zu erreichen. Dort, wo die Wohnungsunternehmen und die Mieter bei der Refinanzierung der energetischen Sanierung im Gebäudebestand an ihre Grenzen kommen, müsse der Staat unterstützen.

Besonders für Mieter würden energetische Modernisierungen immer mehr zum Synonym für drastisch steigende Mieten und sogar Verdrängung. Energetische Sanierungen seien durch Heizkosteneinsparungen nicht refinanzierbar und seien besonders für einkommensschwache Haushalte nicht bezahlbar, so der DMB.

Der DV fordert eine stärkere Betrachtung der CO2-Bilanz und Technologieoffenheit bei Sanierungen. Wer hohe Ziele an Eigentümer und Vermieterstelle, müsse diese auch politisch absichern, fordert der GdW. Es müsse wesentlich mehr Geld in den Klimaschutz von Gebäuden fließen, als bisher.