Laubholzgespräch: Schadsituation der Buche sorgt für Unsicherheit

04. Juli 2019
Quelle:
DFWR/Fordaq
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Seit knapp zwei Monaten werden insbesondere im mitteldeutschen Bergland Schäden an der Buche beobachtet. Diese konzentrieren sich derzeit auf trockene und stauende Standorte, süd- und südwestliche Expositionen sowie vorgeschädigte Althölzer mit großer Kronenumlichtung. Frische und vorratsfrische Standorte sowie große Teile Süddeutschlands sind aktuell nicht betroffen.

Folglich haben sich Laubholzverarbeiter und Vertreter der Forstbetriebe am 02.07.2019 in Kassel im Schwerpunkt über den Umgang mit der Kalamität ausgetauscht. Beide Seiten betonten, dass sie noch intensiver zusammenarbeiten sowie offen und transparent kommunizieren müssen. Die Versorgunglage der Laubholzverarbeiter zum Ausgang der Saison ist gut. Es gibt keine Lieferrückstände aus laufenden Verträgen seitens des Waldbesitzes.

Im Gegensatz zur Fichte spielt bei der Buche die Waldschutzproblematik eine geringere Rolle, während der Arbeitsschutz unter erschwerten Erntebedingungen für das eingesetzte Personal eine extrem gestiegene Herausforderung darstellt. Das Hauptproblem besteht allerdings in der hohen Entwertungsgeschwindigkeit des Buchenholzes und die damit verbundenen Einschränkungen in der Verwendung. Leider bestehen derzeit nur geringe Erfahrungen beim Zusammenhang zwischen optischer Ansprache und Holzqualität, insbesondere unter dem Eindruck des fortschreitenden Schadverlaufs.

Keine Schadholzmengen veröffentlicht

Um die Unsicherheiten auf dem Markt nicht noch weiter zu steigern, vereinbaren beide Seiten aktuell keine Schadholzmengen zu nennen. Entscheidend sei nicht eine geschätzte Menge heute, sondern die Holzqualität und die sich daraus ergebene Menge zum Zeitpunkt der Ernte. Das Ergebnis werde sich im Saisonverlauf herausstellen. Probefällungen sollen in den kommenden Monaten dazu Klarheit bringen. Inwieweit der Bedarf der Verarbeiter, die die Vorjahresmengen benötigen, aus geschädigten Beständen realisiert werden kann oder ob zusätzlich Frischholz aus intakten Beständen geerntet werden muss, sei aktuell unklar.

Die Qualitäten sollen, wie im Normalbetrieb, gemäß RVR eingestuft werden. Für die jeweiligen Qualitäten werden Vorjahrespreise erwartet. Stammtrockenes Kalamitätsholz sowie Holz mit deutlichen Verfärbungen und zusätzlichen Qualitätseinbußen wird von den Verarbeitern grundsätzlich nicht gewünscht. Inwieweit dieses Holz trotzdem in eigene Lose sortiert, angeboten und gesondert bewertet wird, müsse auf einzelbetrieblicher Ebene besprochen werden.

Der Rundholzbedarf aus Früheinschlag sowie die gleichzeitige Bereitschaft der Forstbetriebe diesen zu realisieren, wird unterschiedlich eingeschätzt. Dieser müsse ebenfalls bilateral geklärt werden.

Für die Eiche sehen die Säger für die kommende Saison ein differenziertes Bild. Gutes und starkes Holz wird weiterhin auf Vorjahresniveau in Menge und Preis gehandelt. C- und D- Qualitäten sowie die Stärkeklassen L2b/3a werden unter Preisdruck geraten. Der DFWR empfiehlt, möglichst über Vorverträge Mengen und Preise frühzeitig zu fixieren.

Die Esche bleibt in einem eigenen Markt, der überwiegend vom Export getragen wird und damit unter dem Einfluss von weltpolitischen Entscheidungen steht. Das übrige Laubholz findet, wie in den Vorjahren, mit Ausnahme der Submissionsqualitäten keine Nachfrage.