8 bis 13 Mio. Tonnen Stroh für Bioenergiegewinnung verfügbar

Quelle:
DBFZ/idw
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Allerorts werden derzeit die Felder geerntet und Strohballen produziert. Dass in ihnen erhebliches Potenzial für zukünftige Bioenergie steckt, konnte nun ein interdisziplinäres Forscherteam zeigen. Die Wissenschaftler sind der Frage nachgegangen, wie viel Stroh in Deutschland nachhaltig verfügbar ist und welche Nutzungsoptionen zur Bioenergiebereitstellung vorhanden sind. Die Nutzung von Reststoffen zur Gewinnung von Bioenergie bietet gegenüber der Nutzung von Energiepflanzen den Vorteil, dass keine zusätzlichen Flächen genutzt werden und keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion auftritt.

Stroh gehört dabei zu den landwirtschaftlichen Reststoffen mit dem größten bislang ungenutzten Potenzial. In Deutschland fallen durchschnittlich 30 Millionen Tonnen Getreidestroh pro Jahr an, von denen je nach Methode 8 bis 13 Millionen Tonnen für verschiedene Bioenergiepfade und für die stoffliche Nutzung nachhaltig genutzt werden können. Zu diesem Ergebnis kam das zweijährige Forschungsvorhaben Basisinformationen für eine nachhaltige Nutzung von landwirtschaftlichen Reststoffen zur Bioenergieerzeugung (FKZ: 03KB021), das im Rahmen des BMU-Förderprogramms Energetische Biomassenutzung gefördert wurde.

Die Projektleiterin Daniela Thrän vom Deutschen BiomasseForschungsZentrum (DBFZ) resümierte: "Durch die energetische Nutzung von Stroh können bis zu 13 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden – das entspricht anderthalb Prozent dessen, was in Deutschland an Treibhausgasen emittiert wird. Damit ist Stroh eindeutig eine Ressource mit Potenzial.“ Sie betont abschließend, dass in Bezug auf die Technologie jedoch noch großer Forschungsbedarf bestehe und noch viele Demonstrations- und Pilotprojekte nötig seien. Bis zur technischen Reife von Biogasanlagen auf Basis von Stroh sollte die Nutzung dieser Ressource prioritär in Heizkraftwerken erfolgen, da in den Strompfaden die höchsten Treibhausgas-Einsparungen zu erzielen seien und durch das novellierte Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) neue Möglichkeiten bezüglich der Wirtschaftlichkeit bestünden.

Die Ergebnisse des Vorhabens sind in einer Broschüre zusammengefasst, die beim DBFZ kostenfrei bestellt oder unter http://www.energetische-biomassenutzung.de/de/downloads/vorhaben.html heruntergeladen werden kann.

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