Energiewende im bayerischen Staatswald

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MKG
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Windpark, Bayerische StaatsforstenDie Bayerischen Staatsforsten ( BaySF) haben Stellung bezogen zu ihrer Rolle in der von Bund und Ländern beschlossenen Energiewende und der damit verbundenen Stärkung der erneuerbaren Energien. Im Wesentlichen geht es dabei um die Lieferung von Holz als Energieträger, um die Bereitstellung von Flächen zur Energiegewinnung und um Energieeinsparung im eigenen Hause.

Zum Abschluss des Geschäftsjahres, das bei den Bayerischen Staatsforsten jeweils zum 30.06. endet, gaben der Vorstandsvorsitzende Dr. Rudolf Freidhager und Vorstandsmitglied Reinhardt Neft eine Pressekonferenz zum ökologischen Umgang der BaySF mit dem Wald. Aus aktuellem Anlass ging es im Wesentlichen um die Nutzung erneuerbarer Energien im bayerischen Staatswald.

Energieträger Brennholz an 42.000 Selbstwerber
Als größter Waldbesitzer Europas liefern die BaySF 600.000 fm Brennholz im Jahr. Darüber hinaus 900.000 srm Hackschnitzel, das entspricht etwa 270.000 fm. Das zusammen entspreche einer CO2-Einsparung von 520.000 t im Jahr durch Verzicht auf fossile Brennstoffe, sagte Freidhager. Das Brennholz werde im Wesentlichen an 42.000 Kleinselbstwerber geliefert. Die Nachfrage sei um ein vielfaches höher als die bereitgestellte Menge. Diese lasse sich allerdings nicht mehr steigern, so Freidhager weiter, die Nachhaltigkeit es Hiebssatzes setze hier eine Grenze.

Flächen für Windkraftanlagen
„Wir haben nicht nur Holz, sondern auch Fläche“, führte Rudolf Freidhager in den zweiten Themenkomplex ein. In Kooperation mit Genossenschaften, Kommunen, Planern und Betreibern stellen die BaySF Flächen für Windkraftanlagen zur Verfügung. Mit einer Planungsfirma wird ein Standortsicherungsvertrag geschlossen, der dieser das exklusive Planungsrecht für ein bestimmtes Gelände zusichert. Gleichzeitig wird in den betroffenen Kommunen das Einverständnis der Bürger eingeholt, auch in außermärkischen Gebieten, erklärte Reinhard Neft auf Nachfrage. Die BaySF prüfen, ob forstliche Gesichtspunkte gegen den Bau von Windkraftanlagen sprechen. „Beides muss für den Bau einer Anlage sprechen, damit das Verfahren weitergeht, ansonsten ist an dieser Stelle Schluss“, so Freidhager. Spricht nichts gegen das Vorhaben, muss es durch das Landratsamt geprüft und genehmigt werden. Dieses legt auch die genaue Größe der Anlage fest, sprich, wie viele Windräder errichtet werden dürfen.
Derzeit existieren 118 Standortsicherungsverträge, von denen erfahrungsgemäß die Hälfte im Vorfeld scheitert, erklärte Rudolf Freidhager. Realisierte Anlagen sind der Windpark Fasanerie bei Hof und vier Einzelanlagen im Forstbetrieb Ottobeuren. Der Windpark Zieger bei Kelheim befindet sich im Bau. Die BaySF erzielen Pachteinnahmen aus der Flächenvergabe. Sie bestehen aus einem Sockelbetrag und einer Umsatzbeteiligung. Die Pachtverträge laufen in der Regel 25 Jahre. Danach werden die Anlagen zurückgebaut oder der Pachtvertrag verlängert. Ein Windrad beansprucht etwa 2000 qm Fläche.

Auf die Frage, wie groß die Skepsis der betroffenen Bürger gegen solche Anlagen sei, sagte Reinhard Neft, die schweigende Mehrheit sei seiner Erfahrung nach oft dafür. Ob man schreiben solle, dass sich die Leute beeilen sollen, wenn sie noch Fläche haben wollen, fragte ein Pressevertreter. „Besser nicht“, antwortete Rudolf Freidhager, „die beeilen sich eh schon.“

Energieeinsparung durch Frachtoptimierung
Das größte Potenzial zur Energieeinsparung bei den BaySF bietet die Logistik. „Etwa 3 Mio. Festmeter liefern wir frei Werk“, erklärt Rudolf Freidhager, „da kommen einige Kilometer zusammen.“ Durch computergestützte Optimierung konnten die BaySF exemplarisch die Jahresgesamtkilometer um 12% von 661.000 auf 572.000 senken. Das mache auf Last- und Leerfahrten gerechnet 2,2 Mio. km. Bei 40 Liter Diesel pro 100 km entspreche das einer Dieselersparnis von 880.000 Litern.
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