Für die vollständige Gratiszuteilung von CO2-Zertifikaten auch in der dritten Phase des EU-Emissionshandels ab 2013 sprachen sich Spitzenvertreter der österreichischen Papierindustrie im Rahmen eines Medienseminars aus. „Die geplante umfassende Versteigerung bedroht unsere Wettbewerbsfähigkeit. Wir können die Kostenbelastung nicht auffangen und brauchen rasch eine starke Allianz für Klimaschutz und Arbeitsplätze", forderte Dkfm. Wolfgang Pfarl, Präsident der Austropapier – Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie. Er beklagte eine Benachteiligung gegenüber Papierfabriken außerhalb der Europäischen Union. Nach dem Willen der Europäischen Kommission soll die Industrie ab 2013 schrittweise die Emissionszertifikate in Auktionierungen kaufen müssen. Dadurch werden sich die Produktionskosten in einzelnen Branchen, so auch der Papierindustrie, deutlich erhöhen.
„Die Papierindustrie ist eine Leitbranche der „Low Carbon Economy“ mit nachweislich höchster Energieeffizienz und hohem Bioenergie- Anteil. Klimaschutz darf für uns nicht zum Standortkiller werden! Wenn alle Zertifikate gekauft werden müssen, wäre die Papierherstellung in Österreich nicht mehr kostendeckend“, unterstrich DI Dr. Max Oberhumer, Geschäftsführer der Sappi Austria Produktions Ges.m.b.H. und Austropapier-Energiesprecher.
DI Franz Tauber, Technischer Direktor Mondi Europe & International und Präsident der ÖZEPA, der Österreichischen Vereinigung der Zellstoff- und Papierchemiker und –techniker, stellte klar: „Der verpflichtende Kauf der Zertifikate, auch für die Eigenerzeugung von Strom in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, würde die österreichische Papierindustrie mit jährlichen Kosten von bis zu 100 Millionen Euro belasten, abhängig vom tatsächlichen Ausmaß der Auktionierung und dem CO2-Preis. Dazu kommen die Mehrkosten durch steigende Energiekosten sowie durch die Verteuerung der Rohstoffe Holz und Altpapier.“
Austropapier repräsentiert – gemeinsam mit dem Fachverband der Papierindustrie - die Unternehmen der österreichischen Papierindustrie. 27 Betriebe erzeugen jährlich über fünf Millionen Tonnen Papier, Karton und Pappe. Sie stellen fast 10.000 Arbeitsplätze direkt bereit und tragen zur Einkommenssicherung von hunderttausenden Menschen in der heimischen Forst- und Holzwirtschaft, in der Papier und Pappe verarbeitenden Industrie und dem Druck- und Grafik-Sektor bei.
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