| Ligna 2007 Sägewerkstechnik: Bandsäge im Tandem |
| 20/06/2007 - 08:33 |
Die mittelgroßen Sägewerke sind verstärkt im Fokus der Sägenhersteller. In den meisten Fällen dreht es sich um Bandsägen. Dies bestätigt nicht nur Dr. Stefan Möhringer, geschäftsführender Gesellschafter von Möhringer/Braun-Canali. Eine starke Nachfrage sieht Gregor Held, Marketing-Leiter bei Bongioanni nach Tandem-Bandsägen, um mit zwei hintereinander geschalteten Sägeeinheiten eine höhere Leistung zu erreichen. Auch das in Frankreich beliebte Double-Cut-Prinzip mit beidseitig geschärften Bändern für den Vor- und Rückschnitt gewinnt in Deutschland und Österreich immer mehr Anhänger. Auf dem italienischen Heimatmarkt konnte Bongioanni mehr Anlagen verkaufen. Jüngste Beispiele sind die Trennbandsägen-Modelle SNR für den Bauholz und Brettschichtholzhersteller Silani und Mamo Legnami. Bei Mamo Legnami – mit 60.000 fm Einschnittkapazität eines der führenden Sägewerke Italiens – soll auf der neuen Analge besonders Eichen- und Katanienholz geschnitten werden. .
Von einem großen Interesse russischer Kunden war am Artiglio-Stand die Rede. Allerdings sind es meist Kreissäge-Spaner-Kombinationen. Bei den Bandsägen zeigte Artiglio erstmals die neuen Tandem-Modelle STC 130/TD, STC 140/TD und STC 160/TD. Der Abstand zwischen beiden Bändern beträgt nur 25 cm. Für den Blattwechsel lassen sich die beiden Einheiten hydraulisch auseinander bewegen. Vorteil des geringen Abstands: Der zweite Schnitt erfolgt sehr exakt. Dr. Annalisa Rovatti, Marketingleitung, empfiehlt die neue Bandsäge für Sägewerke ab 30.000 fm Einschnitt. Die neue Tandem-Bandsäge ist beriets beim italienischen Palettenhersteller Monari und Padana Legnami im Einsatz.
Rolf Volmert, in Deutschland verantwortlich für den Vertrieb von Primultini, sieht eine steigende Nachfrage von schräg gestellten Blockbandsägen. Auf der Messe zeigte Primultini den 18° schräg gestellten Sägenständer SHG S10 in Kombination mit einer horizontalen Kreissäge. Das Aggregat wird direkt an dem Bandsägen-Ständer montiert. Bereits während des Rundholzeinschnitts kann die Bohle aufgetrennt oder besäumt werden. Bei Primultini erwartet man, dass besonders Laubholzsägewerke die Zusatzausstattung nutzen werden. In den vergangenen Monaten konnten einige Bandsäge in Kombination mit Spanern nach Rumänien verkauft werden, darunter an das Nadelholz-Sägewerk IRIS. In Italien hat Primultini eine Anlage an einen der größten Holzhändler des Landes, Imola Legno geliefert. In dem neuen Werk im süditalienischen Molfetta sollen Tropenhölzer eingeschnitten werden.
In Deutschland fragen viele Sägewerke nach gebrauchten Bandsägen. Die auf Grund der Gewährleistungspflicht notwendige Generalüberholung würde aber zumindest bei Händlern die Maschinen so stark verteuern, dass meist doch ein fabrikneues Exemplar zum Einsatz kommt.
Im Gegensatz zu Ligna+ 2005 spielten neu entwickelte Blockwagen in diesem Jahr eine geringere Rolle. LBL Brenta zeigte den Spider. Die Positionierung kann nun deutlich schneller und präzieser erfolgen, da die Ketten durch Gewindestangen ersetzt wurden.
Wenn es um die Pflege der Bänder geht geht, wurden die Ligna-Besucher bei Iseli, Zenz und Vollmer fündig. Zenz präsentierte die bislang von Alber hergestellte Walzbank und Schärfautomat. Der Hersteller horizontaler Bandsägen hat im Frühjahr die Fertigung von Alber übernommen. Mit einem Preis von 7600 € für die Walzbank und 7500 € für den Schärfautomat bietet Zenz den Einstieg in die Blattpflege.
Iseli zeigte die CNC geteuerten Schleifmaschinen BC 1 und BC 2 für Band- und Kreissägeblätter. Die CNC-Steuerung ermöglicht eine 3. Achse, wodurch Zahnbrust und Zahnrücken separat geschliffen werden können. Von Mitbewerbern heben sich die Iseli-Schleifmaschinen durch die Scheibe mit 400 mm Durchmesser ab.
Vollmer stellte seine Ligna+-Präsentation unter das Motto der „innovativen Produkte für jede Sägewerksgröße.“ In der Pressemitteilung ist von der „Verantwortung gegenüber kleineren Betrieben.“ Für Bandsägenblätter zeigte Vollmer die Schleifmaschine CA 100 für die Span- und Freifläche sowie die CAF 100 für die Flankenbearbeitung, den Stellitiertautomaten GPA 200 und die Richt- und Walzbänke RB 200 und RW 200. Beim Stellitierautomat haben die Vollmer-Ingenieure das Plasmaschweißverfahren für den Auftrag von Stellit deutlich optimiert. Walzmaschine RW 200 stammt aus dem bewährten Richtzentrum RC 100. Die Nocken gesteuerte Schleifmaschine CA 100 sowie die hydraulisch gesteuerte CAF 100 können je nach Anforderung für den Nass- oder Trockenschliff ausgelegt werden.
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| (IHB Fehrle Fotos: Fehrle) |
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