GD Holz Außenhandelstag: Importeure mit Jahresstart 2017 zufrieden

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IHB MK
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Außenhandel SaalAm Freitag, 31. März traf sich der Fachbereich Außenhandel im GD Holz zu ihrem alljährlichen Außenhandelstag. Etwa 100 Besucher waren gekommen. Seit vielen Jahren hat das Treffen der deutschen Holzimporteure erstmals wieder in Hamburg stattgefunden. Bislang war der Veranstaltungsort üblicherweise Bremen. In Zukunft soll der Außenhandelstag jährlich zwischen Hamburg und Bremen wechseln.

Stephan BührichDer Vorsitzende des Fachbereichs Außenhandel Stephan Bührich, der auf der Veranstaltung im Amt bestätigt wurde, definierte als großes Thema den Umgang mit den Umweltschutzorganisationen. Zwar gebe es bereits als Selbstverpflichtung zur Legalität den Code of Conduct, den Andreas von Möller in seiner Zeit als Vorsitzender des Fachbereichs Außenhandel initiiert eingeführt. Zusätzlich fordert der der Außenhandels-Vorstand einen Nachhaltigkeitsbeauftragten im GD Holz zu bestimmen. Dieser soll den Themenkomplex Legalität und Nachhaltigkeit bearbeiten und in ständigem Kontakt zu den NGOs sein.

Thomas GoebelGD Holz Geschäftsführer Thomas Goebel zog in seinem Geschäftsbericht Bilanz über die Tätigkeit der GD Holz Service GmbH als EUTR Monitoring Organisation (MO). 95 Firmen werden von der GD Holz Service GmbH betreut. Damit sei sie nicht nur bundes-, sondern europaweit die größte MO. Eine Prüfung durch die BLE habe keine Beanstandungen ergeben, ein externer Gutachter habe das QM-System gelobt, zeigt sich Göbel zufrieden. Im Jahr 2017 seien 20 Prüfungen durch die MO geplant.

Die Öffentlichkeitsarbeit der Branche müsse verbessert werden, so Göbel weiter. Dazu gehöre auch das entschiedene Vorgehen gegen sogenannte „Fake News“, also Meldungen, die nicht erwiesen oder falsch sind. Als Beispiele nannte Göbel die Behauptung auf der Luxusyacht „Yacht1“ sei illegales Teakholz verbaut oder eine Aussage aus dem Berliner Senat, 50% des in Berlin genutzten Holzes sei nicht nachhaltig oder illegal.

Im der der von Stephan Bührich angesprochenen Umweltverbände arbeite man bereits gut mit dem WWF Deutschland zusammen und sei in gutem persönlichen Austausch. Mit der Erweiterung des EUTR-Katalogs z.B. und Spielzeug habe man ein gemeinsames Ziel.

Abseits von Vorträgen war eines der beherrschenden Gesprächsthemen der knappe und teure Containerfrachtraum. Durch gezielte Stilllegungen von Schiffskapazitäten verknappen derzeit die Reedereien den Schiffsraum und die Zahl der Container. Seit Wochen klagen Holzhändler in ganz Europa über Container, die trotz Bestellung nicht gestellt werden. Einige Importeure sahen diesen Umstand eher gelassen mit dem Verweis „wir kriegen unsere Container schon“, andere bezeichneten das Verhalten der Reeder als „Sauerei“.

Außenhandelsmärkte im Überblick

Importsperrholz

Max ZumstegIn der Marktaussprache der deutschen Holzimporteure macht Max Zumsteg den Anfang mit dem Bereich Importsperrholz. Zumsteg zeigte sich zufrieden mit dem Jahresstart und zuversichtlich für den langfristigen Sperrholzabsatz in Europa. Vor allem die Bauwirtschaft werde die nötigen Impulse setzen. Derzeit werden in europa rund 3 Mio. cbm Sperrholz produziert, der Verbrauch liege bei 5 Mio. cbm. Das bedeute einen Import von 2 Mio. cbm jährlich. Der Kapazitätsaufbau in der europäischen Produktion betrage nur etwa 2-3% jährlich. Das habe in den vergangenen Jahren zu Importsteigerungen geführt. Lag das Plus 2013 noch bei 0,2% sei es 2016 bereits auf 3,5% gestiegen. Der Import von Birkensperrholz betrug 2016 1,43 Mio. cbm und ist gewachsen, sowohl für Roh- als auch für Filmplatten. Auch andere Laubholzarten wachsen im Sperrholzimport moderat, so Zumsteg. Im Nadelholz sei dagegen eine leichte Schrumpfung festzustellen. Es gehen inzwischen wieder größere Mengen in die USA, was zu höheren Preisen führt. In China seien die Sperrholzwerke gut ausgelastet, was Produktion und Absatz betrifft. Allerdings wollen die USA ab April Dumping-Zölle auch chinesisches Sperrholz erheben. Der Effekt bleibe abzuwarten.

Importmakler und Agenturen

Rolf von LoßbergEbenso zufrieden mit dem Jahresbeginn 2017 zeigte sich Rolf von Loßberg, der für die Importmakler und Agenturen sprach. Für amerikanisches Laubholz seien die Preise 2016 um 8% gestiegen, berichtete er. Es herrsche eine gute Nachfrage aus China, das der größte Abnehmer für dieses Soertiment. Inzwischen komme auch eine verstärkte Nachfrag aus Vietnam, das China als Verarbeitungsstandort dient. Aber auch der US-Markt selbst sei sehr stark, so von Loßberg. Nach der Trump-Wahl herrsche eine gute Stimmung, die sich in hohen Preisen und einem geringen Angebot im Export niederschlage. Die amerikanische weißeiche sei knapp. Alternativen geben es kaum. So werde zunehmend europäische Eiche aus der Ukraine und Russland importiert. Yellow Poplar sei im Aufwind, so von Loßberg weiter. Allerdings werde der Import durch den schwachen Euro gedämpft. Zum Jahresende werde Parität mit dem US-Dollar erwartet. Nussbaum ebbt nach 20 Jahren ab. Größter Abnehmer in Europa ist Deutschland.

Für die sibirische Lärche stellte von Loßberg eine Knappheit langer Schnittholzlängen fest. Die Waggonfrachten in Russland seien dramatisch gestiegen, so dass die Fracht pro Kubikmeter inzwischen 10 Euro teurer sei als noch vor einigen Monaten. Der Rubel erhole sich wieder, was zu steigenden Preisen für Rund- und Schnittholz führe. Der Einschnitt über den Winter sei störungsfrei verlaufen. Gegen Ende des zweiten Quartals werde vermehrt Kiefer zu Lasten der Lärche eingeschnitten. Die Versorgung mit Lärchen-Stammware in Russland sei mittlerweile ein großes Problem, es gebe kaum Rohware, die ersten Sägewerke müssten bereits schließen, so von Loßberg. Darüber hinaus sei die Logistik sehr problematisch.

Björn BrotkeBjörn Brotke, berichtete über die nordischen Märkte und sprach von einer richtiggehenden Partystimmung am Markt zu Jahresbeginn. Die nordischen Staaten produzieren auf hohem Niveau. Schweden habe mit 17,7 Mio. cbm seine Produktion gegenüber 2015 um 8% gesteigert, nachdem sie 2015 um 2% zurückgegangen war. Die Preise für Rundholz seien auf einem hohen, stabilen Niveau, aber nicht auch Rekordniveau. Die Zahl der Destinationen der nordischen Exporteure nehme zu, so Brotke, vor allem nach China und in die USA gehen wieder größere Mengen. So habe Finnland 2016 je eine Million Kubikmeter Schnittholz nach China, Japan und Ägypten geliefert und lediglich 450.000 cbm nach Deutschland. Brotke stellte fest: „Die Torte wird nicht größer, aber die Zahl der Gäste steigt.“ Das führe zu höheren Preisen. Probleme gebe es vor allem beim Bezug speziell getrockneter Sortimente sowie ganz erheblich beim Containerfrachtraum sowie steigenden Frachtraten. Die schleppende Containerlogistik führe zu einer geringen Holzverfügbarkeit in den Zielmärkten.

Importhobelwerke

Andreas CordesFür die Importhobelwerke berichtete Andreas Cordes. Er zeigt sich als einziger mit dem Jahresbeginn 2017 nicht vollauf zufrieden. Das erste Quartal habe schwach gestartet, sagte Cordes. Positive Effekte gebe es allerdings durch die Bauwirtschaft. Die Versorgung mit Schnittholz erfolge problemlos, allerdings könne man die erfolgten Preiserhöhungen nicht vollständig weitergeben. In der Struktur der Branche gebe es Bewegung. So habe sich Moelven aus dem deutschen Markt zurückgezogen und Södra habe Kooperationen gekündigt. Der Export von Hobelware sei 2016 mit einem Plus von 10% stärker gewachsen als der Import, der nur auf 4% komme. Die anziehende Nachfrage in den USA beschere der Branche gute Aussichten mit steigenden Preisen. Allerdings werde auch die Verfügbarkeit von Rohware schlechter, das die Sägewerke zunehmend auf US-Längen umstellen und 3,66m statt 4,00m aushalten. Im Gegenzug liefere Russland derzeit mehr nach Europa und Deutschland, denn auch für russische Exporteure sei es schwer an Containerfrachtraum für China zu kommen.

Überseeholz

Jürgen SudeckAbschließend berichtete Jürgen Sudeck für den Bereich Überseeholz. Die Handelsströme aus Afrika gehen zunehmend Richtung Asien. Noch 15.000 cbm gehen jährlich nach Europa. Die Nachfrage in China und Vietnam sei stabil, was stabile Preise erwarten lasse. Im Asiengeschäft gebe es die gute Nachricht der FLEGT-Vereinbarung mit Indonesien und der ersten FLEGT-Lieferungen von dort. Sudeck äußerte die Hoffnung, dass bald eine FLEGT-Vereinbarung mit Ghana als nächstem Land zustande kommt. Für Importe aus Myanmar hat die BLE am 21. März eine Anordnung erlassen, nach der aufgrund des hohen Korruptionsrisikos in dem Land für Teak-Exporte zusätzlich zu staatlichen Dokumenten weitere Nachweise wie zum Beispiel zusätzliche Zertifizierungen oder Verifizierungen durch Dritte erforderlich sind. Hauptsortimente aus Asien sind Bangkirai-Deckings und Meranti-Laminate. Generelles Problem sei die Lieferung oft zu geringwertiger Sortimente wegen der Preisvorstellungen in Europa, erklärte Sudeck. Der Import aus Südamerika schließlich habe derzeit eine eher untergeordnete Bedeutung. Brasilien gehe es wirtschaftlich schlecht, dazu seien Parketthölzer wie Jatoba in Europa durch die „Übermacht der Eiche erstickt worden“.

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