Wem die vier Jahre von Austrofoma zu Austrofoma zu lang sind, um die neusten Trends für die Gebirgswald-Forstwirtschaft zu erfahren, der kann sich alle zwei Jahre auf der Forstmesse in Luzern informieren. Mayr Melnhof, Konrad und Koller ließen es sich auch 2005 nicht nehmen, in Luzern Neuheiten zu präsentieren. Schließlich geht es in der Schweiz immer stärker in die Steilhänge. Die Mechanisierung des fahrbaren Geländes sei mehr oder weniger abgeschlossen, nun sind Gebirgsharvester und Co. am Zug.

Mayr Melnhof zeigte den überarbeiteten Laufwagen Sherpa-Mot. Der neue Poclain-Motor hat verglichen mit dem bisherigen Danfoss-Antrieb einen besseren Wirkungsgrad, eine 200 kg höhere Zuzugskraft sowie eine bessere Wärmeableitung. Die Steuerung Sherpatronic wurde optimiert. Durch Drehzahlüberwachung kann der Motor nun nicht mehr abgewürgt werden. Ein Überspannungsregler sorgt für Sicherheit. Hauptschalter, Ladekontrolle, Startknopf und Regler befinden sich jetzt im Oberteil des Laufwagens, zum Motor führen nur noch drei Kabel, Probleme mit Hitze, Öl und Verschmutzung der Kabel gehören der Vergangenheit an.
Einen neuen Motor-Laufwagen hat Konrad Forsttechnik im Programm. Der funkferngesteuerten "Liftliner 4000" ermöglicht gleichzeitig die Funktionen Heben/Senken und Fahren. Der neue Laufwagen unterscheidet sich im Antriebskonzept vom Woodliner, der sich fortbewegt, indem er das Tragseil um extra große Rollen spult. Der Liftliner wird vom Zugseil des Seilgeeräts gezogen, gebremst und gehalten, Klemmen sind überflüssig. Für Tempo in der Ebene soll die Sonderausstattung "turbo drive" sorgen. Zwei zusätzliche, von einem Hydraulikmotor angetriebene Rollen sorgen dafür, dass der leere Laufwagen schnell zum Einsatzort fährt (10 m/sec).

Hoffentlich war man bei Koller potenziellen Kunden gegenüber auskunftsfreudiger als bei der Fachpresse. Das Tiroler Unternehmen zeigte den "507": 1000m Tragseil, 120 kN Spannkraft und bis zu 2x1400m Arbeitsseil (Zug- oder Rückholseil, Umspulen überflüssig), verraten die Gene des K701, der besonders in Chile beliebt ist. Herzstück des K507 ist die "Koller Multimatik". Alle Winden können über Funk betrieben werden und verfügen über Rückhalte- und Freilauffunktionen. Schlaffseil wird durch eine Absicherung vermieden. Die Strecke wird über ein neue Bedienungs-Display programmiert. Leer- und Lastfahrtgeschwindigkeit kann auch über Funk eingegeben werden . Die Streckenprogrammierung erlaubt fünf Langsamfahrbereiche mit unterschiedlichen Längen und Geschwindigkeiten . Der Zielpunkt des Laufwagen wandert automatisch mit dem Arbeitsfortschritt. Das 3-Seil-Programm sorgt für eine elektronische Gleichlaufregelung der Seile im Bergabbetrieb – Treibstoffkosten und Seil-Lebensdauer danken es. In der Schweiz ist der erste K507 bei der Wis Forst AG in Zizers im Einsatz. |