Vorschau Forst live 2008 – Hackschnitzel, Brennholz und Nebenerwerbs-Forstunternehmer
28/02/2008 - 13:40
Die Forstmaschinen- und Holzenergiemesse Forst live 2008 vom 11.-13. April in Offenburg zeigt ein großes Angebot an Forsttechnik für den Holzrücker im Nebenerwerb, sowie Energieholzproduzenten jeglicher Größenordnung. Dabei wird die Offenburger Messe für Hersteller von Trommelhackern schon fast zum Pflichttermin. Bereits jetzt zeichnet sich ein besonderer Schwerpunkt bei Trommelhackern ab, die von Traktoren angetrieben werden. Da die Forst live traditionell stark von Landwirten besucht wird, können die Aussteller in diesem Segment von der guten wirtschaftlichen dieser Berufsgruppe profitieren.
Großhacker Premiere auf der Forst live feiert der Stark-Trommelhacker 4585, den Siegfried Bernhard auf die Messe bringen will. Die Maschine mit einer 45x85 cm großen Einlassöffnung baut sehr kompakt. Für den Antrieb benötigt der Hacker Traktoren ab 100 kW Leistung.
Als Universalmaschine für den Lohnunternehmer sieht man bei Komptech den Chippo 500, der auf der Forst live in Kombination mit dem ClaasXerion zu sehen sein wird. Bei niedriger Trommeldrehzahl und maximaler Kraft werden dicke Stämme zerkleinert. Bei Hoher Trommeldrehzahl Schwachholz und Strauchwerk. Die Hackschnitzel können materialschonend und energiesparend über ein Förderband oder herkömmlich über ein Gebläse ausgetragen werden. Die Universalität erhält der Trommelhacker durch die Kombination aus horizontalen und vertikalen Einzugswalzen (Öffnung: 75x100 cm) .
Ebenfalls auf die Traktor-Variante setzt Forsttechnik Lochner. Wie im vergangenen Jahr zeigen die Franken den Mus-Max Terminator 10. Doppstadt will den im vergangenen Jahr erstmal präsentierten Exakthacker DH 608 nach Offenburg bringen. Die auf einem 80 km/h-Fahrgestell montierte Hackschnitzelmaschine wird von einem 360 kW starkem Motor angetrieben. Die Leistung gibt Doppstadt mit 100-150 srm/h an. Nadelholz kann bis 60 cm und Laubholz bis 48 cm Durchmesser verarbeitet werden. Der komplette Aufbau des DH 608 ist auf dem Anhängerfahrgestell um 270° drehbar.
Noch nicht endgültig entschieden ist bei Jenz, ob man die Zapfwellen-Hacker HEM 561 und 581 oder den Chippertruck zeigen wird. Beim Chippertruck wird der Hacker durch den LKW-Motor angetrieben. Da meist besser motorisiert als Traktoren, steigt auch die Leistung des Hackers.
Das Thema Scheibenhacker bearbeiten auf der Forst live Pezzolato, Laimet und Jensen. Der voraussichtlich gezeigte A141 XL eignet sich als Zapfwellenmaschine bereits für 50 kW Traktoren. Die Hackleistung gibt Jensen mit 35 srm/h an. Unternehmer, die häufig überstarkes Holz hacken müssen, können sich auf der Messe über die Spaltzange von Westtech informieren.
Was bei Pellets gang und gäbe ist, präsentiert Fallert Ortenauer Holzenergie auf der Forst live für Hackschnitzel – einfach per Druckluft in den Lagerraum blasen. Der Einblas-Container fasst 32 srm, ein LKW-Zug mit zwei Container kann über 60 srm transportieren und bis zu 40 m weit in den Lagerraum pusten.
Dreipunkt-Winden "Wir werden unser komplettes Sortiment an Dreipunkt-Winden dabei haben." Wie für Clemens Ritter (Foto li.), Geschäftsführer des Forstmaschinenherstellers Ritter Maschinenbau ist auch für Schlang & Reichart-Chef Matthias Hafenmayr (Foto re.) die Forst live zur festen Größe für Präsentation und Verkauf von Dreipunkt-Winden geworden. Pfanzelt wird auf der Messe die Eco-Funk Winde für den Semi-Profi – wie auch immer ein Semi-Profi unter den Forstunternehmern definiert ist – sowie eine 1x8to-Winde und eine 1x10 to Winde zeigen. Die 10 to-Winde verfügt über einen Seilausstoß und eignet sich für den Front- und Heckanbau.
Holzrückung Wer Forwarder und Harvester auf der Forst live sucht, wird auch 2008 kaum in Offenburg fündig werden. Selbst Menke, im vergangenen Jahr noch mit einem Menzi Muck Harvester vertreten, konzentriert sich in diesem Jahr ganz auf die KWF-Tagung Anfang Juni. Allerdings gibt es im Bereich Forstspezialschlepper und Skidder einiges zu sehen. So zeigt Werner zwei Exemplare des WF 1700. Auf beiden ist ein der gemeinsam mit Werner entwickelte Epsilon-Rückekran montiert. Für Forstunternehmer aus dem nahen Frankreich könnte die Version mit 2x16 to Winde von Schlang & Reichart interessant sein. Als reine Profimaschine wird auch der Ritter Skidder R 185 wieder ein Hingucker sein, diesmal mit Epsilon Rückekran S110R72. Nach der Messe wird die Maschine an einen Forstunternehmer in Württemberg ausgeliefert. Auch Rückewagen oberhalb von 12 to Nutzlast werden wieder ein Thema sein. Pfanzelt zeigt den 13 Tonner 1380 plus 8m Kran neben dem PM-Trac in Forstversion mit Winde und Kran. Das Thema preisgünstiger, aber schwerer Rückewagen ohne Kran für den kombinierten Einsatz mit Skidder, wird in jedem Fall bei Forsttechnik Lochner behandelt. Auf der Messe soll ein Exemplar des Compact-Anhängers (12 to oder 14 to) zu sehen sein, voraussichtlich auch mit dem um 85 cm (90 cm) teleskopierbaren Rahmen. Bei der Forst und Technik GmbH (ehem. HG Grimm) steht noch nicht fest, ob neben den Nokka-Rückewagen mit 6,5 to und 9 to auch wieder den 14 Tonner in Skidder-Version nach Offenburg bringen wird. In der 12 to Kategorie mit Kran ist Forsttechnik Schültke mit dem Kronos Rückeanhänger vertreten.
Brennholzprodution Keine Frage dass unter den unzähligen Brennholzmaschinen der von einem Hochdruckreiniger per Wasserkraft angetriebene Spalter von Starfort wieder die Blicke auf sich ziehen wird. Bei den Sägespaltkombinationen ist Offenburg für die großen, über 100.000 € teuren Geräte nicht das richtige Pflaster. Pezzolato rechnet sich aber mit der TL1000 – eine Gerät der 25.000 € Kategorie – in Offenburg eine gute Resonanz aus. Besonders für ambitionierte Landwirte ist die Maschinen durch ihren kombinierten Antrieb von Zapfwelle und E-Motor interessant. Schon eine Tradition sind auf der Forst live die Vorführungen von Liegendspalter, Bündler und Rotomat bei Kretzer. Erstmals wird der Rotomat mit schwenkbarem Förderband zu sehen sein. Während beim Rotomat die Meterscheite einzeln in einer Trommel zu Scheitholz weiterverarbeitet werden, verarbeitet die Growi-Bündelsäge gleich komplette Meterholzbündel. Nach dem im vergangenen Jahr auf der Forst live der Prototyp zu sehen war, will Growi-Geschäftsführer Christof Freudling die nun serienreife Maschine mitbringen. In ersten Praxistests brachte die Brennholzmaschine eine Leistung von 15 rm/h. Auf der Messe darf man gespannt sein, wie die überarbeiteten Seitenwände funktionieren. Längere Holzbündel bis hin zu Schwartenbündeln wie sie im Sägewerk anfallen, sollen so zu Brennholz aufgearbeitet werden können.