Brandenburgs Wälder werden wilder

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MLUL/IHB
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Im Landkreis Barnim konnte mit dem Naturwald „Breitefenn“ erneut ein Naturwald rechtlich gesichert werden. Er steht stellvertretend für alle in Brandenburg natürlich vorkommenden Traubeneichen-Hainbuchen-Winterlinden-Rotbuchenwälder.

Der Naturwald „Breitefenn“ befindet sich im Osten des Landkreises Barnim in einem Waldgebiet in der Gemarkung Neuendorf, nahe dem Parsteinsee und der Oder. Schutzzweck ist der Erhalt und die Entwicklung eines natürlich entstandenen Traubeneichen-Hainbuchen-Winterlinden-Rotbuchenwaldes zum Zweck der wissenschaftlichen Beobachtung und Erforschung der naturnahen Entwicklung des Waldes. Der Naturwald hat eine Größe von etwa 28 Hektar. Mit dem Naturwald „Breitefenn“ wurde der 20ste Naturwald in Brandenburg rechtlich gesichert.

Naturwälder werden in Brandenburg als kleine Wildnisgebiete ausgewiesen, die die natürliche Waldentwicklung verschiedener Waldgesellschaften repräsentieren. In diesen Wäldern wird auf alle forstlichen Nutzungs- und Pflegemaßnahmen verzichtet. So kann sich der Wald in diesen Gebieten ungestört entwickeln. Die Naturwälder dienen der Naturwaldforschung, der forstlichen Lehre und dem Naturschutz gleichermaßen. Der Mensch wird dabei nur als Zuschauer und Forscher „geduldet“.

Seit mehreren Jahrzehnten werden in ganz Deutschland Naturwaldreservate ausgewiesen. Dabei handelt es sich um Wälder, die ihrer natürlichen Entwicklung überlassen werden und sich so zu „Urwäldern von morgen“ oder zur „Wildnis“ entwickeln können. In Naturwaldreservaten werden wissenschaftliche Erkenntnisse über die natürlich ablaufenden Prozesse der Walddynamik gewonnen - eine wichtige Grundlage für eine naturnahe Waldbewirtschaftung und für Naturschutzmaßnahmen im Wald.

Die Naturwälder Brandenburgs sind in das bundesweite Netz der Naturwaldreservate eingebunden. Sie befinden sich überwiegend im Landeswald und sind durchschnittlich etwa 30 Hektar groß. Ihre wissenschaftliche Betreuung erfolgt durch das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde. Die Wissenschaftler sammeln in regelmäßigen Abständen Daten über die Entwicklung des Gebietes und stellen daraus gewonnene Erkenntnisse der Forstpraxis zur Verfügung.

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