| Austrofoma – Lücken in der Leistungsschau für Bergwald-Forsttechnik |
| 15/10/2007 - 20:20 |
Mit weniger Bergwald-Forsttechnik, dafür aber bei Kaiserwetter und mit Besucherrekord präsentierte sich die Forstmaschinenmesse Austrofoma in Heiligenkreuz vom 9.-11. Oktober 2007. Mit 102 Ausstellern lag man auf dem Niveau von 2003 (103). Die Zahl der Besucher stieg auf einen Rekord von 16.200 Personen. Nicht nur in der Besucherstatistik, sondern auch auf dem 5 km langen Rundkurs war die Internationalität der Besucher offensichtlich. So konnte man Schatten des Mayr-Melnhof (Achtung neuer Name: MM Forsttechnik) Syncrofalken Ing. Johannes Loschek (Foto li.) im Gespräch mit dem Präsidenten und Seilkran-Experten der Forest Management Association of Japan, Tohru Hayami treffen. Bei Koller, erwarteten Martin Flörl und Geschäftsführer Andreas Zaglacher auf die Delegation aus Chile. wenig überraschend, wenn man um die Bedeutung des chilenischen Marktes für den Tiroler Seiltechnik-Spezialisten weiß. Am Stand von Konrad Forsttechnik hieß es "die Norweger kommen". Japan, Chile oder Norwegen als typische "Seilkran-Nationen" belegen den Stellenwert, den die Austrofoma international bei Fragen um die Forstwirtschaft im Gebirge hat. Schließlich wird Gerald Schweighofer die Mitarbeiter der rumänischen Staatsforstverwaltung Romsilva nicht nur aus Heimattreue auf die Austrofoma nach Österreich eingeladen haben.
Die "nationale Regulierung" der Aussteller passt da nicht ganz ins Bild. So weißt das Landwirtschaftsministerium in einer Presseaussendung ausdrücklich darauf hin, dass nur "ausschließlich jene Unternehmen bei der Austrofoma präsent sind, deren Holzerntemaschinen in Österreich zu erwerben sind und deren Serviceleistung sichergestellt ist." Man muss aber dazu sagen, dass dies sicher nicht der alleinige Grund ist, dass viele Unternehmen, die gut auf diese Leistungsschau der Forsttechnik im Bergwald gepasst hätten, der Messe fernblieben. Konnten oder wollten die Organisatoren einigen Ausstellern nicht die gewünschten Flächen zur Verfügung stellen? So verzichteten beispielsweise Silvatec (Hangharvester Sleipner BOSS) oder Menzi-Muck - obwohl man mit dem Knickgelenk am Bergharvester A111 eine interessante Lösung hat – auf eine Messeteilnahme. Die Chance, Radharvester im Steilhang zu zeigen, nutzten dagegen HSM (Foto v. li. n. re.: Forstunternehmer Detlef Kirchhof, Fahrer Marko Genzel und HSM-Vertrieb Hans Müller) und Komatsu Forest/Valmet. Beide unternehmen zeigten Radharvester, die sich mit Seilunterstützung am Berg bewegten. Während der HSM 405H2 mit 16to-Winde im Heck, dem längeren Vorderwagen des H3 und den balancierten Bogie ganz auf den Steilhang ausgerichtet ist, dient die Winde am Valmet 911.3 nur zum sporadischen Einsatz, um "mal eine Kuppe zu überwinden." Für den reinen Steilhangeinsatz hat man schließlich seit Jahren den X3M (Snake) im Programm.
Obwohl auf der Messe immer wieder angesprochen – den Forwarder mit Seilwinden-Unterstützung gab es nicht zu sehen. Dabei wäre es sicher interessant gewesen, das Hangforwarder-Konzept von Herzog Forsttechnik mit dem Doppelwinden-Verfahren am Laufwagen von Ladstätter/Seik oder Konrads Klemmbank am Highlander zu vergleichen. Besonders Hannes Ladstätter, Forstunternehmer und Entwickler des bei Seik gebauten Laufwagens mit zwei unabhängigen Hubwinden, sieht das Verfahren in Konkurrenz zu den Hangforwardern. Schließlich können komplette, vom Harvester abgelegte Sortimentsbündel per Seilkran aus dem Hang transportiert werden (ausführlicher Bericht folgt).
Zum Thema Holzbringung im Steilhang hätte sicher auch Franz Hochleitner einiges beitragen können. Zum einen fehlten seine Valentini-Seilkräne einfach in der österreichischen Riege von Mayr-Melnhof, Koller, TST Tröstl und Konrad. Zum anderen hätte er mit seinen Seilbaggern in den Buchen-Beständen unter Beweis stellen können, dass es Alternativen zu Dreipunktseilwinden im Steilhang gibt. So arbeiteten in Heiligenkreuz Holzknecht 6to und 8to-Winden, um die Rückung von Buchen-Starkholz (mittlerer BHD 55 cm) aus einem über 50% geneigten Hang zu demonstrieren.
Das Feld der spezial für den Steilhang ausgerüsteten Kettenharvester überließen die Konkurrenten MHT, die nun unter dem Namen Neuson-Ecotec firmieren. An dem bis zu 35% Hängen zeigten der im vergangenen Jahr erstmals vorgestellte 132 HVT mit AFM-Aggregat sowie der 182 HVT mit Logmax6000 sowie der in Kanada beliebte 242 HVT ihre Leistungsfähigkeit.
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| (IHB Fehrle Fotos: Fehrle) |
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